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Für den obdachlosen Rafal Szudy ist Heilig Abend „ein harter Tag“
Weihnachtsspendenaktion

Weihnachtsspendenaktion

Weihnachts-Spendenaktion. Weihnachten: Fest der Freude? Für manche Menschen ist es auch eine problematische Zeit - deshalb bietet das Gasthaus in Recklinghausen eine besondere Feier an.

Von Thomas Schönert
Rafal Szudy schluckt. „Weihnachten, das ist schon eine sehr schwierige Zeit“, sagt der 38-Jährige. „Man guckt von draußen durch die Fenster - in geschmückte Räume, auf Weihnachtsbäume, sieht Familien, die gemeinsam feiern. Und man erinnert sich, dass man selbst vor zehn Jahren auch so gefeiert hat - mit der Familie. Und jetzt ist man allein, lebt auf der Straße.“ Rafal Szudy ist alleinstehend und wohnungslos - für ihn ist der Heilige Abend ein „harter Tag“, wie er sagt.
Etwas Hilfe in dieser Situation bietet das Gasthaus an der Gastkirche in Recklinghausen - mit einer Weihnachtsfeier am Heiligen Abend, zu der auch in diesem Jahr wieder jeder eingeladen ist. Ein Angebot, das gerne angenommen wird. „Vor Corona waren wir bei der Feier etwa 120 Leute. Da war es proppenvoll im Gasthaus, jeder Hocker besetzt“, erinnert sich Schwester Judith. „Viele der Teilnehmer sind Menschen von der Straße, die keine Wohnung haben. Aber es sind auch andere, oft arme Gäste dabei - die mit der Weihnachtssituation nicht zurecht kommen“, berichtet die 58-Jährige, die zusammen mit vier weiteren Ordensleuten und dem katholischen Pfarrer Ludger Ernsting im Gasthaus arbeitet und lebt.

„Da habe ich nahe am Wasser gebaut“

Auch Rafal Szudy war schon am Heiligen Abend Gast bei der „Offenen Weihnacht“ im Gasthaus. „Und in diesem Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei“, versichert er. „Das ist eine voll schöne Feier, die Leute, die sich darum kümmern, geben sich echt Mühe“, lobt der junge Mann das Vorbereitungsteam, das aus der Gasthaus-Kommunität und ehrenamtlichen Helfern besteht. Start der Feier ist am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, anschließend gibt es Geschichten und gemeinsamen Gesang. „Beim Singen mit Kerzen und Plätzchen erfährt man das Miteinander. Da habe ich dann nahe am Wasser gebaut“, sagt Sabine (Name von der Redaktion geändert). Die 46-Jährige ist regelmäßig im Gasthaus. Sie hat zwar eine eigene kleine Wohnung und fühlt sich zu Weihnachten nicht besonders allein, wie sie sagt. „Aber Weihnachten ist eine besondere Zeit und die will ich mit den Menschen verbringen, mit denen ich auch sonst im Jahr zusammen bin.“
In den letzten Jahren waren auch Weihbischof Dieter Geerlings und Recklinghausens Bürgermeister Wolfgang Tesche bei der Weihnachtsfeier, hatten ein offenes Ohr für die Gäste, deren Gedanken, Wünsche und Sorgen.

„Bewegend“ findet Schwester Judith den kurzen Gottesdienst am frühen Abend. „Da wird zum Beispiel von verstorbenen Kumpeln erzählt und bei der Weihnachtsgeschichte kann man eine Stecknadel fallen hören“, berichtet sie.

„Es gibt nichts Schöneres als Familie“

Schließlich gibt es nach dem Abendessen noch für jeden Gast der Feier ein Geschenk - ein Päckchen, zum Beispiel mit Kleidung, Hygieneartikeln, haltbaren Lebensmitteln. Hier ist das Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg in Recklinghausen mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ beteiligt. „Das machen wir seit etwa fünf Jahren: Wir sammeln Geschenke, packen sie ein und geben sie dann an Stellen in Recklinghausen, wo Bedarf ist“, erklärt Schüler Simon Kirchhhoff, der in diesem Jahr 30 Pakete zum Gasthaus gebracht hat. „Die Pakete sind mit Liebe verpackt worden, das merkt man“, betont Rafal Szudy - mit Blick auf seine Erfahrungen aus den letzten Jahren.

„Und das Abendessen ist sehr gut“, weiß der Wohnungslose. Für ihn steht trotz der harten Weihnachtszeit fest: „Hier wird man mit offenem Herzen empfangen. Man hat die Obdachlosen nicht allein gelassen, etwas von zu Hause ist hierhergekommen. Die Weihnachtsfeier im Gasthaus - das ist zumindest ein wenig wie eine große Familie.“ Und Rafal Szudy fügt hinzu: „Es gibt nichts Schöneres als Familie.“

 24. Dezember 2022

 


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