Mensch, wo bist du? – Feierlicher Eröffnungsgottesdienst zur Fastenzeit

(Rö) Vorbei, die Kostüme verschwinden in Kisten, die Luftschlangen im Mülleimer, die Süßigkeiten vom Karnevalszug sind gegessen. Karneval - das war gestern, nun hat eine neue Zeit begonnen: Fastenzeit. Das hört sich erst mal eher negativ und anstrengend an. Aber es muss ja anscheinend doch genügend Gründe geben, warum Menschen sich darauf einlassen. Vielleicht ist es die Motivation, das eigene Leben neu auszurichten, neu anzufangen. Vielleicht ist es die Motivation einen Moment stehen zu bleiben und eine andere Richtung zu wählen.

“Mensch, wo bist du?“ Das ist der Titel des von Uwe Appold gestalteten Hungertuchs. Dieses Bild steht im Fokus unserer diesjährigen Atempausen in der Fastenzeit. Der Titel „Mensch, wo bist du?“ fordert uns als Betrachter heraus, über das eigene Tun nachzudenken und unser Verhalten zu hinterfragen. Die Studierenden des Wahlfachs Religionspädagogik wählten darüber hinaus eindringliche aktuelle Bilder aus, die uns dazu aufforderten Position zu beziehen. „Mensch, wo bist du“, wenn Katastrophen, Hungersnöte, Flucht und die dramatische Veränderung des Klimas immer deutlicher werden?
Wir als Schule möchten nicht nur über die Fragestellung nachdenken, sondern auch handeln. Die Gruppe des Flüchtlingsprojekts „Begegnungen“ zeigt uns, wie wir uns engagieren können, wie wir Courage zeigen können. Es wird dringend Schulmaterial benötigt, jeder kann hier helfen und spenden. Eine Box steht im Eingangsbereich bereit.
„Es wird alles gut“. Mit diesen Worten zeichnete Bernhard Lübbering, der als Pfarrer zu Gast in unserer Schule war, das Aschenkreuz auf die Stirn derjenigen, die es sich wünschten. Das Kreuz aus Asche ist sichtbares Symbol der Endlichkeit und Begrenztheit des Menschen, es steht aber auch für Hoffnung auf etwas Neues und Gutes. Es kann uns motivieren, uns auf die Frage „Mensch, wo bist du?“ einzulassen, nachzudenken und im Sinne der Verantwortung für unsere Erde zu handeln.