Mein Alltag während der Corona-Krise - ein Schülerinnenbericht

Wie bei vielen anderen Menschen auch, hat sich mein alltägliches Leben während der Corona-Krise etwas verändert. Zunächst möchte ich gerne einmal von meinem früheren Tagesablauf erzählen. Im Februar 2020 verlief noch alles normal: Von Montag bis Freitag bin ich früh aufgestanden, um mich für die Schule fertig zu machen, die bei uns am AH-BK um 8:00 Uhr losging und meistens um 14:30 Uhr endete. Um zur Schule zu kommen, habe ich die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt. Bus und Bahn waren besonders am Morgen immer gut gefüllt. Wenn die Schule montags zu Ende war, bin ich danach gerne ins Fitnessstudio gefahren und an zwei anderen Tagen in der Woche abends zum Training eines Vereins, dem ich angehöre. Zusätzlich bin ich dreimal die Woche einer geringfügigen Beschäftigung nachgegangen. Einkäufe wurden spontan und zwischendurch erledigt, was man halt so gerade benötigt. Am Wochenende habe ich mich gerne mal mit Freunden verabredet. Wir unternahmen die unterschiedlichsten Sachen. Mal gingen wir was essen oder einen Kaffee trinken, mal waren wir auf einem Konzert. Es wurden Geburtstage mit dem Freundeskreis gefeiert und natürlich der gemeinsame Urlaub für diesen Sommer geplant.

Heute sieht es leider ein bisschen anders aus. Mein Tag hat keine richtige Struktur mehr. Ich stehe nicht wie sonst morgens auf, um mich für die Schule fertig zu machen. Meistens schlafe ich so bis neun, frühstücke und setze mich anschließend ans Home-Office. Die Aufgaben bekomme ich zu Anfang jeder neuen Woche über Schulbistum von der Schule gestellt. Ist das erledigt, weiß ich nie so genau, was ich danach machen könnte. Wenn ich einkaufen gehen möchte, trage ich Einmalhandschuhe und einen Mund- und Nasenschutz. Außerdem achte ich immer darauf, den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten, auch wenn ich unterwegs mal zufällig Bekannte oder Freunde treffe. Die öffentlichen Verkehrsmittel nutze ich momentan kaum. Mein Freundeskreis habe ich vorübergehend auf zwei Personen reduziert. Mit den anderen bleibe ich allerdings weiterhin über soziale Medien in Kontakt. Ins Fitnessstudio und zum Training kann ich zurzeit auch nicht gehen, da alles momentan geschlossen ist. Auch bei meinen Nebenjob muss ich abwarten, bis ich wieder arbeiten gehen darf. Einige meiner Hobbys sind aufgrund des Coronavirus etwas in den Hintergrund gerückt, andere hingegen wieder etwas mehr in den Vordergrund. Beispielweise habe ich jetzt mehr Zeit zum Lesen, Kochen und Backen. Wenn ich rausgehe, bin ich meistens zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Der Urlaub, der für dieses Jahr angesetzt war, wird wohl wahrscheinlich auch leider nicht stattfinden können.

Ich hoffe einfach, dass das alles bald ein Ende haben wird und für alle wieder Normalität zurück ins Leben kehrt. So wie jetzt alles ist, finde ich es blöd, und ich freue mich ehrlich gesagt schon, wenn ich wieder arbeiten gehen kann und zur Schule gehen darf.