Gott sei Dank – Impuls zum Erntedankfest

(Ost) Wenn in diesen Tagen das Erntedankfest gefeiert wird, ist dies ein guter Anlass, um für das zu danken, was oftmals so selbstverständlich erscheint: das reichhaltige Angebot an frischen Lebensmitteln, die uns jederzeit zur Verfügung stehen.

Doch wie lässt sich ehrlich danken? Was bedeutet es „Danke“ zu sagen? Ist es damit getan, die Freude an übervollen Regalen im Supermarkt zum Ausdruck zu bringen? Na klar, diese Freude bringen wir auch zum Ausdruck. Doch ein Dankeschön in diesem Sinne richtet sich ja nur auf uns. Gehört nicht auch der Blick auf den Nächsten dazu, der Blick auf jene, die sich dafür einsetzen, dass wir ein solches Angebot haben? Und auch der Blick auf jene, die nicht so viel haben wie wir. So kann ein „Danke“ auch bedeuten, die Verantwortung wahrzunehmen, dass mehr Menschen Anteil nehmen können; oder besser: dass wir mehr Menschen Anteil geben können.

In diesem Zusammenhang steht ein Satz im Ersten Testament bei Jesaja: „Brich dem Hungrigen dein Brot.“ Die Aufforderung zielt darauf ab, den Hilfsbedürftigen beizustehen; ihnen einen Anteil abzugeben, um ihnen Essen zu geben. Zugleich wird der Blick auf die grundsätzliche Frage gerichtet, wie man das Problem des Hungers angehen kann.

Jesaja beschreibt die Auswirkungen des Einsatzes für die Bedürftigen als Verheißung für mein persönliches Leben. Ich will ja Segen und Erfüllung für mich und darf das auch wollen. Aber: Nur ein Leben in tätiger Liebe ist ein erfülltes und gesegnetes Leben.

Wenn wir in diesem Sinne Gott danken, für all das, was uns geschenkt wurde, dann richtet sich unser Blick eben nicht nur auf uns, sondern auch auf jene, denen wir helfen können. Und so können wir dann gemeinsam aus ganzem Herzen sagen: Gott sei Dank.