Zeitzeichen am 9. November 2020

(Ad) Wenn man am 9. November 2020 morgens kurz nach acht durch das Alexandrine-Hegemann-Beruskolleg ging, hörte man aus allen Klassen Informationen zur Pogromnacht im Jahr 1938. Die Nazis nannten sie zynisch „Kristallnacht“, nachdem sie in ganz Deutschland in einem staatlich verordneten Vandalismus Wohnungen, Läden und Gotteshäuser jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger zerstört und unzählige Menschen getötet oder in den Tod getrieben hatten.

Das Gedenken an diesen menschenrechtsverletzenden Gewaltausbruch im Namen des deutschen Reichs fand in diesem Jahr unter Coronabedingungen in den Klassen statt.

Worte, Bilder und Töne wurden auf die Smartboards in den Klassenräumen geschickt, um die Erinnerung wach zu halten, der Opfer zu gedenken und über Konsequenzen für uns heute als nachgeborene Generationen nachzudenken.

Besonders abscheulich und bedrückend sind aktuell die antisemitischen Tendenzen in der Szene derjenigen, die die Existenz des Corona-Virus leugnen. Da laufen etwa Menschen mit nachgebastelten „Judensternen“ herum, auf denen „ungeimpft“ steht. Sie inszenieren sich als Opfer und verhöhnen damit die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus und ihre Nachkommen. Um es mal ganz klar in Jugendsprache auszudrücken: Das geht gar nicht!