Der Garten der Religionen – Eine andere Sinneserfahrung!

(Simon Pajonzek, PU) Im Wahlfach Religionspädagogik ergab sich die Möglichkeit, den Garten der Religionen in Recklinghausen-Stuckenbusch zu erkunden. Unsere Lehrerin Frau Röhrmann hatte sich mit der Referentin des Gartens in Verbindung gesetzt. Nun konnten wir uns im Unterricht mit einer der fünf großen Weltreligionen (Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus) auseinandersetzen.

Und dann war es so weit. Wir bildeten Fahrgemeinschaften zum Garten der Religionen hinter der St. Franziskus Kirche. Es empfing uns eine große blonde Frau mit lockigem Haar, unsere Begleitung durch den Garten. Frau Brocker stellte uns eine Aufgabe: wir sollten den Garten erkunden und verschiedene Impulsfragen für uns selbst beantworten.

Wir trafen uns wieder und reflektierten über verschiedene Erlebnisse und erste Eindrücke des Gartens... verschiedene Religionen, große Steine, viele Ringe oder Kreise, hier ist ein Ort der Ruhe, verschiedene Religionen finden hier ihren Ausdruck. Im Anschluss sprachen wir darüber, was Religion für uns ist: fünf große Religionen, eine höhere Macht möchte sich in Menschen und Materie zeigen; wer bin ich, wo will ich hin und was ist nach dem Tod?

Unsere nächste Aufgabe war es, Kugeln mit einer Vertiefung in die Mitte eines Kreises zu werfen und diesen zu treffen.

Der Theologe, Philosoph und Mathematiker Nikolaus von Kues wollte zeigen, dass man nicht immer die Mitte des Kreises trifft und alles angenommen wird, so wie es ist. Dabei ist es egal, ob die Mitte getroffen wird oder der Ball am Rand landet.

Im weiteren Verlauf des Rundgangs kamen wir an verschiedenen Stelen (große Steine) vorbei. Diese symbolisieren die verschiedenen Religionen.

Wir sind im Laufe der Zeit an verschiedenen Stelen der einzelnen Religionen vorbeigegangen und berichteten uns gegenseitig, was wir im Unterricht über die einzelnen Religionen recherchierten. Auf den Stelen erblickten wir verschiedene Worte zu den einzelnen Religionen.

Das Wort „Leben“ stellte eine Assoziation zum Judentum her. Auf der Oberseite der Stelen waren Spiegel angebracht. Wir blickten hinein und konnten uns und unsere Umwelt, zum Beispiel Himmel und Bäume sehen. Laut unserer Begleiterin sehen Erwachsene immer nur sich selbst, Kinder und Ältere auch den Himmel oder die Bäume.

Im weiteren Verlauf des Tages verstand ich, dass im ´Garten der Religionen` alle Glaubensrichtungen gleichwertig sind. Jede Religion hat eine ähnliche Stele und symbolisiert die gleiche Wertung aller Religionen. Es zeigte sich, dass die Stele für ´Atheismus und Andersgläubige` in der Mitte des Gartens zu finden ist. Die Stelen ´Christentum`, ´Judentum` und ´Islam` stehen zu Dritt an der einen; ´Hinduismus` und ´Buddhismus` an der anderen Steite. Mir ist viel klarer geworden, dass die einzelnen Glaubensrichtungen mit ihren jeweiligen Vorstellungen gar nicht so weit auseinander liegen.

Vor dem gemeinsam Abschlusspicknick läuteten wir die Friedensglocke und durften uns etwas wünschen. “Ich wünsche mir, mehr im Austausch zwischen den Religionen zu sein und diese besser kennenzulernen.” Die anderen Studierenden wünschten sich zum Beispiel Frieden, weniger Krieg und mehr Akzeptanz für den Einzelnen.

Ich nehme viel von diesem Tag für mein persönliches Leben und die Beziehung zu anderen Religionen mit. Ich bin froh, mit dieser Gruppe mehr über andere Religionen erfahren zu haben.