Praktische Hilfe beim Katholikentag

  15.05.2018

 Kinderbetreuung in Münster ist zum Teil in guten Recklinghäuser Händen.

 Münster/Recklinghausen.  Drei Tage lang haben sich 22 angehende Erzieherinnen und fünf Lehrkräfte des Alex­andrine-Hegemann-Berufs­kollegs in Recklinghausen so­wie zwei Erzieherinnen des Familienzentrums Liebfrauen im Hörsaalgebäude gegen­über des Schlossplatzes in Münster in der Kinderbetreu­ung engagiert. Sie kümmer­ten sich während des Katholi­kentages um den Nach­wuchs, wenn die Eltern beipielsweise in Ruhe ein Ange­bot verfolgen wollten.

Über den Tag verteilt be­treuten sie im Schnitt bis zu 15 Kinder. In einer Ecke lasen die Studierenden, die entwe­der gerade mit ihrer Ausbil­dung an dem bischöflichen Berufskolleg begonnen oder sie abgeschlossen hatten, dem Nachwuchs vor, in einer anderen Ecke wurde gebas­telt, in einer weiteren Musik gemacht. "Das hat viel Freu­de gemacht. Auch wenn die Kinder nur maximal zwei Stunden hier verbringen konnten. Es war eine schöne Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln", sagt Maitane Lautsch. Auch die Eltern sei­en immer sehr nett gewesen. Manche hätten sich mit den Kindern einfach mal eine ge­meinsarne Auszeit in den gut ausgestatteten Räumen ge­nommen.

Die meisten Kinder waren zwischen drei und sechs Jah­ren alt, hat Schulleiter Gregor Rüter beobachtet. "Einige wa­ren sogar mehrmals hier. Die Kinder scheinen sich bei uns wohlgefühlt zu haben", freut er sich. Insgesamt bewertet er diese Premiere bei einem Ka­tholikentag als vollen Erfolg. Alle Beteiligten hätten von dem Angebot profitiert.

Kollegschüler ermöglichen Flüchtlingen Zoobesuch

  05.05.2018 

467,50 € darf Sozialarbeiterin Maria Bongers (l.) vom SkF an Flüchtlingsfamilien weitergeben. Ihnen soll damit ein Zoo­besuch ermöglicht werden. Das Geld haben angehende Er­zieher am Alexandrine-Hegemann Berufskolleg durch ein Theaterprojekt und den Verkauf des Buches „Wenn aus Fremden Freunde werden" erzielt. Die Spende übergaben (v.r.) Alexandra Hermanns, Lehrerin Tanja Lamsieh-Köhl, So­fia Nowak, Nico Ubachs und Anna Wolf. -FOTO: NOWACZYK

Ein Überraschungspaket

  05.05.2018

Angehende Erzieherinnen aus Recklinghausen kümmern sich beim Katholikentag um Kinder.

Recklinghausen. (pbm/mek) Für drei Tage wird das Hörsaalgebäude gegenüber dem Schlossplatz in Münster ihr Arbeitsplatz sein: 22 angehende Erzieherinnen und fünf Lehrkräfte des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs in Recklinghausen sowie zwei Erzieherinnen des Familienzentrums Liebfrauen engagieren sich in der Kinderbetreuung während des Katholikentags.

Mit zahlreichen Materialien im Gepäck machen sie sich am Donnerstag, 10. Mai, auf den Weg nach Münster. Sie werden sich um den Nachwuchs kümmern, damit die Eltern in Ruhe eine Veranstaltung während des Großereignisses besuchen können. Einige Studentinnen besuchen die Unterstufe und haben das erste Jahr ihrer schulischen Ausbildung fast hinter sich. „Erste praktische Erfahrungen haben sie während eines Praktikums gesammelt“, sagt Gregor Rüter, Schulleiter des bischöflichen Berufskollegs. Weitere Studierende schließen in diesen Tagen ihr Anerkennungsjahr und damit ihre Ausbildung zur Erzieherin ab.

Gespannt sind sie alle, was von Donnerstag bis Samstag (10. bis 12. Mai) auf sie zukommen wird. „Es ist schwierig zu planen. Wir wissen weder, wie viele Kinder zu uns kommen, noch in welchem Alter sie sein werden. Das wird ein echtes Überraschungspaket“, meint Rüter. Denn das Angebot, an unterschiedlichen Orten in der Stadt eine Kinderbetreuung anzubieten, ist neu. Möglich macht dies eine Kooperation des Katholikentags mit dem Bistum Münster. An insgesamt acht Standorten engagieren sich Studierende verschiedener bischöflicher Berufskollegs und Fachschulen.

„Wir sind gut auf die Situationen vorbereitet“, sagt Rüter. Gemeinsam haben sich die Studierenden des Berufskollegs unterschiedliche Angebote überlegt. Sie wollen eine kuschelige Lese- und Erzählecke einrichten, kreative Bastelarbeiten zum Thema „Suche Frieden“, musikalische Einheiten, Kinderschminken und Bewegungsspiele anbieten. „Den Rest lassen wir einfach auf uns zukommen“, so der Schulleiter.

Betreut werden Kinder von zwei bis neun Jahren Besonders freut es ihn, dass sich so viele angehende Erzieherinnen und Kolleginnen gefunden haben, die mit nach Münster fahren: „Das ist ein tolles Zeichen und eine gute Möglichkeit, den Katholikentag zu unterstützen. Wer weiß, wann wir den nächsten Katholikentag in so unmittelbarer Nachbarschaft erleben werden?“

Betreut werden Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren für bis zu zwei Stunden. Am Donnerstag ist dies von 12 Uhr bis 18 Uhr, am Freitag und Samstag von 10.30 Uhr bis 18 Uhr möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. @ www.katholikentag.de.

Expedition in die Zukunft

  11.04.2018

Schulprojekt bietet Theater mit Mehrwert.

 

In der Aula des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs präsentierten die jungen Darsteller eine schräge Variante des Sommernachtstraums.       -FOTO: BALINT 

 

Recklinghausen. (sb) Ein Sommernachtstraum, nicht nur der Titel des berühmten Stückes von William Shakes­peare, sondern im übertrage­nen Sinne auch ein Titel, der auf das Projekt „Kultur in der Schule", durchgeführt an der Alexandrine-Hegemann­-Schule, zutrifft.

Denn an dem Theaterpro­jekt haben angehende Erzie­herinnen und Erzieher mitge­wirkt. Auch junge geflüchtete Schüler unterschiedlicher In­stitute in Recklinghausen nahmen daran teil. Angeregt hatte der Theaterpädagoge der Ruhrfestspiele, Alois Ban­neyer, das Projekt. Für die In­szenierung konnte er Franz­-Joseph Dieken gewinnen, der mehrfach bei gemeinsamen Ruhrfestspiel-Projekten in­volviert war. Nun brachte die Theatergruppe in der Schule ihre eigene Variante vom Sommernachtstraum auf die Bühne. Und die Besucher sollten nicht enttäuscht wer­den. Modern und straff insze­niert, bot sich den Zuschau­ern ein kurzweiliger Abend mit Mehrwert - auch für die Teilnehmer. „Die Deutsch­kenntnisse haben sich deut­lich verbessert", merkt Alois Banneyer im Nachgang zur Aufführung an. „Es zeigt, dass Theaterprojekte wie diese Ex­peditionen in eine gemeinsa­me Zukunft sein können."

Das Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg ist eine Schule des Bistums Münster

   GeistREich - Kirchenzeitung für Recklinghausen | Ausgabe 3 - 4. April 2018

Stadtkomitee der Katholiken

„Damit der Mensch sein Ziel erreicht" (Leitbild der Katholischen Schulen im Bistum Münster)

Lehrkräfte der „ersten Stunde" nannten die Schule nicht zuletzt aufgrund der Schüler/-innen-Zahl im Gründungsjahr liebevoll „ihr Schülchen" - mit 25 angehenden „Kindergärtnerinnen" hatte die Bischöfliche Schule damals ihren Betrieb aufgenom­men; und auch heute noch zählt das Bischöfliche Berufskolleg an der Werkstättenstraße in Reckling­hausen mit 360 Schülerinnen und Schülern zu den kleineren Berufskollegs in der Bildungslandschaft. Die Größenordnung ermöglicht und unterstützt bis heute ein familiäres „Leben und Lernen", eine sich zugewandte Schulgemeinde, in der Schülerinnen und Schüler, Eltern, Praxiseinrichtungen, Kollegium und Schulleitung vertrauensvoll zusammenarbeiten und das Schulleben gestalten. Aus der einstigen „Bischöflichen Fachschule für Sozialpädagogik", in der Jahrzehnte lang vierzügig (!) angehende Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet wurden, entwickelte sich das Bischöfliche Berufskolleg, das seit 1996 den Namen Alexandrine-Hegemann trägt.

Seit 1960 schulische und berufliche Quali­fikation im Sozial- und Gesundheitswesen

Im Bereich der schulischen Qualifikation bietet die Schule gegenwärtig die Fachhochschulreife (zwei­jährig) im Bereich Gesundheit und Soziales, das Abitur (dreijährig) im Bereich Erziehung und Soziales nach Ende der Klasse 10 (bzw. 9) sowie das Abitur im Bereich Gesundheit und Soziales für Bewerber/­innen mit Berufsausbildung und Fachhochschulreife an (einjährig). Die beruflichen Qualifikationen umfas­sen die jeweils dreijährige Ausbildung zur Erzieherin bzw. Erzieher sowie zur Bewegungspädagogin bzw. Bewegungspädagogen mit Fachhochschulreife.

Schulseelsorge und spirituelles Profil

Schulseelsorge ist der Dienst von Menschen inner­halb der Schule im Auftrag der Kirche. Schüler/-innen, Eltern, Kollegium und Schulleitung übernehmen für­einander Verantwortung und gestalten die Schule im Sinne einer Schulgemeinde mit. Das heißt, dass an vielen Punkten innerhalb des schulischen Alltags durch das gemeinsame Aktivsein deutlich wird, dass in der Schule neben Lernprogramm und Prüfungen auch ein Lebens- und Begegnungsfeld geschaffen wird, in dem sich alle Beteiligten in einem men­schenfreundlichen, offenen und persönlichen Schul­umfeld angenommen und aufgehoben wissen. Am Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg gibt es zwei ausgebildete Schulseelsorgerinnen, die sich diesem Profil der Schule widmen. Neben den Tagen religiö­ser Orientierung finden im Jahreskreis sogenannten „Atempausen" statt, werden „Stille Pausen", Medi­tationen und Gottesdienste angeboten, die jeweils von Schülerinnen und Schülern in Zusammenarbeit mit Lehrkräften vorbereitet werden und damit die Frage nach Gott geweckt bzw. wach gehalten wird.

Soziales Engagement

Ein weiteres besonderes Merkmal und Anliegen der Schulgemeinde ist ihr soziales und gesellschaftliches Engagement. Drei Beispiele aus dem diesbezüglichen Schulleben: Seit fast 25 Jahren setzt sich die Schule für Versöhnungsarbeit im tschechischen Miroslav ein. Schülerinnen und Schüler pflegen dort jedes Jahr einen jüdischen Friedhof. Auf dieser Fahrt wird zudem das Lager Theresienstadt sowie das jüdische Viertel in Prag besucht - ein Projekt, das im Jahre 2012 mit dem Dialog-Preis, verliehen unter anderem durch Bischof Dr. Felix Genn, ausgezeichnet wurde.

Jahr für Jahr erinnert die Schulgemeinde am 27. Januar an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt. Ende Januar haben die Schülerinnen und Schüler in einer eindrucksvollen Veranstaltung insbesondere der Euthanasie-Opfer gedacht und mit der Übernah­me einer Patenschaft für ein Recklinghäuser Opfer ein besonderes Zeichen gesetzt. In Kooperation mit dem „Sozialdienst katholischer Frauen" gibt es an der Schule das Flüchtlingsprojekt „Begegnungen". Schülerinnen und Schüler gestalten Woche für Woche in ihrer Freizeit Angebote für Flüchtlings­kinder und deren Familien.

Georg Möllers

 

Alexandrine Hegemann:

„Möchten uns doch unsere Kinder heilig sein! Sie werden uns reich und glücklich machen."

Die Namenspatronin

* 17.11.1877 in Münster

† 02.02.1926 in Freiburg

hat sich zeitlebens für die Verbesserung der Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Sie gab entscheidende Impulse für eine Professionalisierung der Erziehungs­arbeit, legte den Grundstein für verschiedene Erholungsmaßnahmen des Caritasverbandes, an denen bis heute zahlreiche Kinder, Jugendliche und behinderte Erwachsene teilnehmen.