Grünes Geschäftsmodell mit Rendite

RZ vom 05.02.2020

Hillerheide . (faba) Die Do-it-yourself-Anleitung für ein nachhaltiges Leben – damit hat die Schülerfirma „Inwastigation“ des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs einen Nerv getroffen. Denn ihr Buch „Nachhaltig leicht“ verkauften die Schüler über 200 mal und haben ihren Anteilseignern damit eine satte Rendite verschafft.

„Wir wollten etwas erschaffen, was hilft, konkret etwas zu tun. Praktische Beispiele für eine nachhaltige Lebensgestaltung“, erklärt Schülerin Jolin Haveloh. „Nicht mit dem Zeigefinger, sondern mit Spaß“, sagt Charlotte Voß. Heraus kam ein Ratgeber mit vielen praktischen Anleitungen – von der Herstellung nachhaltiger Kosmetikartikel bis zum Leben ohne unnötigen Besitz.

Die Schüler verkauften Anteilsscheine und suchten Sponsoren, um die Druckkosten zu finanzieren. „Das Aufwendigste war aber die Recherche“, sagt Lehrerin Tanja Lamsieh-Köhl. „Denn die Schüler haben alles von A bis Z selbst geschrieben.“ Und natürlich ausprobiert. Auch außerhalb der Schulzeit warben die Schüler auf Abendveranstaltungen für ihr Buch – und waren damit so erfolgreich, dass es eine zweite Auflage gab. Deshalb wurde das eigentlich auf ein Jahr angelegte Projekt bis ins 13. Schuljahr verlängert. Und auch für die Anteilseigner lohnte sich das Geschäft.

Denn für zehn Euro Einsatz konnten Sie fast 25 Euro zurückbekommen. Die nicht ausgezahlten Erlöse wollen die Schüler an den BUND und das Kinderhospiz spenden.

Aber auch die Schüler selbst konnten von ihrem Projekt profitieren. Sie nehmen die Erfahrung mit, eine Firma inklusive Marketing, Produktion, Verwaltung und Buchhaltung aufgezogen zu haben.

Auch privat beschäftigt sie das Thema Nachhaltigkeit weiter. „Ich nutze eine Bambus-Zahnbürste und eine wiederbefüllbare Trinkflasche“, sagt Isabell Weimer. „Und ich achte darauf, was ich kaufe“, ergänzt Charlotte Voß. Auch unter den Mitschülern sei das Bewusstsein für das Thema schon gewachsen. Einwegflaschen etwa sehe man kaum noch. Nicht in allen Lebensbereichen fällt der Verzicht aber so leicht. „Ich könnte zum Beispiel nicht vegan leben“, sagt Dalin Don.