Müll sparen und Shampoo selbst machen

Die Schüler der Firma „lnWASTEigation“ arbeiten gemeinsam an einem Nachhaltigkeitsbuch. Auch das Pressefoto gehört zur Aufgabe. - FOTO: PRIVAT

  06.03.2019

 

HILLERHEIDE. Schüler vom Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg gründen ihre eigene Firma. Sie wollen ein Nachhaltigkeitsbuch herausbringen.

Von Kristina Schröder

Ein gut duftendes Peeling selbst anrühren, aus Dosen bunte Stiftehalter kreieren, aus einem ausgedienten Regal ein Unikat-Puppenhaus basteln - das macht nicht nur Spaß, sondern ist ganz im Sinne der Umwelt. Mit tollen Tipps und Tricks zum Selbermachen und Ausprobieren wollen die Jungunternehmer des Alex­andrine-Hegemann-Berufskollegs ein Nachhaltigkeits-Buch für die ganze Familie auf den Markt bringen.

Dafür haben sie mit Unterstützung der Junior-Programme eine Schülerfirma gegründet, schnuppern in den Alltag eines richtigen eigenen Kleinunternehmens. Der Name ist Programm: „InWASTEigation“ abgeleitet vom englischen Wort „investigation“, das so viel heißt wie Ermittlung oder Nachforschung. Und das haben die jungen Gründer im Wirtschaftskurs fleißig getan.

In Kleingruppen kümmern sich die Schüler um ihre Zuständigkeitsbereiche, bekommen dafür ein paar Cent Lohn, zahlen Steuern, kümmern sich um die Buchhaltung, müssen Sponsoren gewinnen, ihr Produkt am Markt platzieren. Eine echte Firma eben. Zu Beginn haben sie Anteilsscheine verkauft, um Kapitel zu erwirtschaften. Der Erlös soll zumindest zum Teil nach Auflösung der Firma gespendet werden.

Wie viele Seiten das Buch haben wird, wissen die Schüler noch nicht. Fest steht aber: Es wird voll mit Anleitungen, Tipps und Tricks für jedermann, um seinen Teil zum Umweltschutz beizutragen. Die drei großen Bereiche, auf denen der Mitmach-Ratgeber aufbaut, sind Upcycling, Minimalismus und „Zero Waste“ (zu Deutsch: null, also kein Müll).

Die 18-jährige Jolin Haveloh erklärt: „Was kann ich tun, um im Alltag Müll zu reduzieren? Zum Beispiel mir selbst Dinge fürs Badezimmer basteln, und zwar aus Sachen, die ich nicht mehr brauche.“ Eine Etagere aus altem Geschirr, Glitzer-Lipgloss für Kinder, Traumfänger für Groß und Klein ... Die kreative Liste ist lang, die Anleitungen einfach und für jeden nachzumachen.

Nachhaltigkeit ist zwar schon lange ein Thema, hat aber keinesfalls an Brisanz verloren. Im Gegenteil. „Wir haben nur diese eine Welt und müssen an die nachfolgenden Generationen denken. Schon wir merken den Klimawandel deutlich: Die Temperaturschwankungen, die wir aktuell erleben, sind nicht normal“, so Jolin Haveloh. Aber die Nachwuchs-Unternehmer wissen auch: „Es ist ein Prozess und nicht etwas, das man von heute auf morgen ändern kann“, sagt Aileen Dörnhoff. Und diesen Prozess wollen sie anschieben. Eine Liste mit Produkten und Läden mit nachhaltigem Angebot gibt es obendrein.

Natürlich achten sie selbst auch bewusst darauf, nicht verschwenderisch zu leben. Vor allem für Jolin Dörnhoff ist das Thema ein großes Thema. Sie versteht, dass viele keine Zeit haben, sich ihre Produkte aufwendig anzurühren, „oder sich Roggenmehl in die Haare zu schmieren. Aber ich kaufe zum Beispiel eine Haareseife in einer Pappverpackung. Die hält viel länger als normales Shampoo.“

Wahrscheinlich wird es Mai, bis die 13 Schülerinnen und Schüler ihr fertiges Werk in den Händen halten. Auch beim Druck wird auf Nachhaltigkeit geachtet: „Wir dachten zunächst an ein Ringbuch“, sagt Aileen Dörnhoff, „aber wir wollen ja kein Plastik produzieren.“

INFO Wer die Schülerfirma finanziell oder beim Layout und Druck unterstützen möchte, schreibt eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.