Aus Interesse am Menschen - Anspruchsvolle Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen

geistREich, Ausgabe 1, 1.-6. Februar 2019

In den nächsten Tagen und Wochen stehen viele Schülerinnen und Schüler vor wichtigen Entscheidungen im Hinblick auf ihre weitere schulische oder berufliche Zukunft.

Nach Erhalt der Halbjahreszeugnisse beginnt der zentrale Bewerbungszeitraum an den weiterführenden Schulen. Zum Glück für uns alle gibt es viele junge Menschen, für die es eine realistische Option ist, sich in einem der verschiedenen Berufsfelder des Sozial- und Gesundheitswesens zu qualifizieren.

Gute Gründe, sich für eine solche Ausbildung zu entscheiden, gibt es jedenfalls reichlich. Gerade denen, die viel Freude am Kontakt zu anderen Menschen haben, eröffnen sich in diesem Arbeitsfeld eine Fülle von Möglichkeiten. Ob beispielsweise als Krankenpfleger, Erzieherin, Bewegungshelferin oder Krankengymnast: Anderen bei der Entfaltung ihres Lebens hilfreich und förderlich zur Seite zu stehen, ist auch persönlich bereichernd. Zudem hat sich infolge des gesellschaftlichen Wandels auch ein hoher Bedarf an Fachkräften ergeben. Aktuelle Arbeitsmarktanalysen prognostizieren jedenfalls insbesondere für das Ruhrgebiet einen großen Bedarf an Berufen des Sozial- und Gesundheitswesens. Nach der erfolgreichen Ausbildung am Ende ohne Arbeitsplatz dazustehen, ist also relativ unwahrscheinlich; und das ist in unseren Zeiten nicht zu verachten. „Für Interessierte macht es Sinn, sich über die verschiedenen Ausbildungsgänge eingehend zu informieren. Dazu lädt das Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg in den nächsten Tagen ein.“

Joachim van Eickels

 

Bildungsangebot

 

Bildungsgang „Berufliches Gymnasium für Erziehung und Soziales.

Voraussetzung: die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.
Ausbildungsziel: Allgemeine Hochschulreife (Abitur in drei Jahren).

 

Bildungsgang „Fachabitur" („Zweijährige Höhere Berufsfachschule“) im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens.

Voraussetzung: Mittlerer Schulabschluss.
Ausbildungsziel: qualifizierte Vorbereitung auf die Ausbildungsberufe wie Gesundheits- und Krankenpflege: Altenpflege, Arbeit mit beeinträchtigten Menschen, Ergo- und Physiotherapie sowie Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Zudem berechtigt diese Qualifikation zum Fachhochschulstudium.

 

Der in der Region einmalige Bildungsgang der dreijährigen Ausbildung zur Bewegungspädagogin / zum Bewegungspädagogen (Berufsabschluss: Staatlich geprüfte(r) Gymnastiklehrerln mit Fachabitur)

Späterer Einsatz im Sportverein, Krankenhaus, Seniorenzentrum, Tanz-Club, Volkshochschule, Fitness-Center, REHA-Klinik, Wellness-Oase, Kindergarten, Grundschule, Offene Ganztagsschule oder Selbständigkeit.

 

Ausbildungsgang „Staatlich anerkannten Erzieher(in)“

Voraussetzung: in der Regel das Fachabitur im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens bzw. eine einschlägige Berufsausbildung (z.B. Kinderpflegerin).

 

Als einzige Schule im Regierungsbezirk Münster bietet das AH-BK den Bildungsgang: Fachoberschule Klasse 13 (Ein Jahr Vollzeit) an.

Voraussetzung: Fachhochschulreife und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine fünfjährige berufliche Tätigkeit möglichst im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens.
Ziel: Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife im Sozial- und Gesundheitswesen.

 

 

Beratungs- und Anmeldetage

Samstag, 9. Februar, 9.00-13.00 Uhr:

Information über schulische Weiterqualifikationen und Ausbildungsberufe am Bischöflichen Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg (AH-BK), Recklinghausen, Werkstättenstraße 16-18.
Es besteht auch schon die Möglichkeit, an diesem Tag seine Bewerbungsunterlagen persönlich einzureichen.

 

In der Woche vom 11.-15. Februar, täglich von 14.00-17.00 Uhr:

Schulleitung und Bildungsgangleitungen stehen für Ausbildungsfragen zur Verfügung; auch an diesen Tagen können Bewerbungen persönlich abgegeben werden.

Berufskolleg lädt zum Infotag ein

  15.01.2019

Recklinghausen. Zum Tag der offenen Tür lädt das Alexandrine- Hegemann-Berufskolleg ein. Dabei bietet beispielsweise der Bildungsgang „Berufliches Gymnasium für Erziehung und Soziales“ Schülern, die die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe haben, in drei Jahren die Möglichkeit, das Abitur zu erwerben. Andere Schüler mit dem mittleren Schulabschluss können das Fachabitur im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens erwerben. Dieser Bildungsgang bietet eine qualifizierte Vorbereitung auf die Ausbildungsberufe wie Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Arbeit mit beeinträchtigten Menschen sowie Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Mit der Fachhochschulreife kann auch bundesweit ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden.

Etabliert hat sich der Bildungsgang der dreijährigen Ausbildung zum Bewegungspädagogen. Ob Sportverein, Krankenhaus, Seniorenzentrum, Kindergarten, Grundschule, Offene Ganztagsschule oder Selbstständigkeit – das Arbeitsfeld ist weit und bietet beste Perspektiven.

INFO Mittwoch, 16. Januar, 14 – 18 Uhr, Werkstättenstraße 16-18

Info-Abend am 11. Dezember

   08.12.2018

Hillerheide. Der letzte Info-­Abend des Alexandrine-Hege­mann-Berufskollegs findet am Dienstag, 11. Dezember, 19 Uhr, statt. Wir haben den Termin fälschlich für den 12. Dezember angekündigt.

An diesem Abend wird die beruf­liche Ausbildung zum Bewe­gungspädagogen vorgestellt. Auszubildende dieses Bil­dungsganges, in dem neben der beruflichen Qualifikation auch noch das Fachabitur er­worben wird, gestalten den Abend mit.

Kinderhospiz freut sich über 575 Euro von Schülern

  29.11.2018

Kritzeln für einen guten Zweck: Schüler des Wirtschaftskurses an der Alexandrine-Hegemann-Schule gründeten die Firma „Scribblelation“, entwarfen und verkauften einen Kritzelblock voll mit Rätseln. 575 Euro vom Gewinn spendeten die Schüler an das Halterner Kinder- und Jugendhospiz. Yvonne Steinbuß (1.) nahm den Scheck von (weiter v.l.) Noelle Nachlik, Lara Krüskemper, Giulia Turek, Lea Rengel und Laura Ludewig entgegen.  -FOTO: PRIVAT

Von ganz oben nach unten

Das Projektteam der Schule mit Miriam Feier, Michelle Tschepke und Guilia Turek (von rechts) mit Steffi Jones und Hans Albring, Lehrer am Kolleg. -FOTO: KRIMPMANN

  23.11.2018

 

FUSSBALL: Steffi Jones war Welt- und Europameisterin, Chefin einer WM und Bundestrainerin. In Recklinghausen spricht sie über Niederlagen.

Von Olaf Krimpmann, Recklinghausen

Eigentlich hat Jones in ihrer Karriere alles erreicht, sogar Direktorin beim Deutschen Fußball-Bund war sie, stand damit im Zentrum des mächtigsten deutschen Sportver­bandes. Nur: Als sie vor den Schülern des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs in Recklinghausen spricht, geht es auffallend oft um Rückschläge.

Jones ist Patin der Schule, die gebürtige Frankfurterin unterstützt die Einrichtung bei ihrem größten Anliegen: Seit 2003 trägt das Berufskolleg den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. Eingeladen hat das Projektteam, das auf vielen Ebe­nen und mit ehrenamtlichen Aktionen dazu beiträgt, dass Ausgrenzung und Rassismus an der Schule keinen Raum finden.

Über Jahre „das“ Gesicht des Frauenfußballs

Steffi Jones redet offen über Privates und Berufliches, die Schüler hängen an ihren Lippen. Dass die 111-malige Nationalspielerin viele Jahre auf der Sonnenseite des Sports stand, ist bekannt. Die vielen Schattenseiten hingegen weniger. „Ich habe aus Niederlagen weit mehr mitgenommen als aus den Erfolgen.“

Als sie das Berufskolleg vor einem Jahr erstmals besuchte, stand sie noch auf der Sonnenseite: Bundestrainerin war sie. Nach den vielen Titeln, nach vielen Aufgaben im DFB, allen voran als Chefin des Organisationskomitees der Frauen-WM 2011, schien diese Aufgabe die konsequente Fortsetzung zu sein.

Sie traf Michelle und Barack Obama, Angela Merkel, die Großen dieser Welt, sie war über Jahre „das“ Gesicht des deutschen Frauenfußballs.

Heute, acht Monate nach ihrem Rauswurf, sieht Jones („Ich war für den DFB die ide­ale Besetzung: Ich bin weiblich, habe einen Migrationshintergrund und lebe mit einer Frau zusammen“) die Sache realistisch: „Sportlich war der Rauswurf nachvollziehbar“, sagt sie. Als ein Schüler fragt, was denn die bitterste Niederlage ihrer Karriere gewesen sei, zögert sie nicht: Es war genau dieser Rauswurf. „Ich hatte nie eine Chance, etwas mittelfristig aufzubauen. Leider hat man mir keine Kompetenz zuge­sprochen.“

Das Urteil in den Medien war vernichtend, das Denkmal Steffi Jones binnen Wochen zerbröckelt. Und dennoch sagt sie: „Ich beschwere mich nicht, ich habe viel mit­genommen und ich bin dankbar für die bitterste Niederlage meines Lebens.“

Das ist die Botschaft, die Steffi Jones an diesem Tag loswerden will. „Ich habe keine

Angst davor, Fehler zu machen“, sagt sie. Ihr Credo sei dieses: „Nimm' die Heraus­forderung an und ziehe die Lehren daraus.“

Ihre Worte kommen an, es gibt langen Applaus der Schüler nach dem rund einstündi­gen, sehr persönlichen und emotionalen Vortrag. Auf dem Weg zur Sportanlage Maybacher Heide diskutieren die Schüler angeregt.

Authentisch finden sie Steffi Jones, fasziniert sind sie, wie offen die 45-Jährige redete. Sie selbst sagt, dass sie nie die beste Fußballerin war, nie die Schlaueste in der Schule. Dafür hat sie es ziemlich weit gebracht in ihrem Leben.

Auf dem Platz fühlt sie sich am wohlsten

Wo ihre Zukunft liegt, lässt Steffi Jones offen. Nur beim DFB, der über viele Jahre ihre Heimat war, dürfte sie wohl nicht zu finden sein. Sie werde schon etwas machen demnächst, dazu verspüre sie noch viel zu viel Energie in sich: „Hausfrau geht ja nicht bei mir“, sagt sie und lacht.

Dann geht es endlich dorthin, wo sich Steffi Jones sichtlich am wohlsten fühlt: auf den Fußballplatz. Obwohl nicht mehr im Amt, gibt Jones Anweisungen, korrigiert, kommentiert die Schüler, die sich zum lockeren Kick mit ihr zusammengefunden ha­ben. Wann wird man auch schon von einer Europameisterin und ehemaligen Bun­destrainerin trainiert?